Fotowalk im Lost Place: Zwischen morbider Ästhetik und technischer Herausforderung
Es gibt Orte, die eine ganz eigene, stille Geschichte erzählen. Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, an einem Fotowalk in einem beeindruckenden Lost Place im Harz teilzunehmen. Das Gelände befindet sich heute in Privatbesitz, doch dank einer offiziellen Genehmigung konnten wir uns als Gruppe sicher in den Gebäuden bewegen.
Für mich war dieses Wochenende eine besondere Erfahrung, da ich den Walk gleich für beide Tage gebucht hatte – einmal in der Rolle der Fotografin und am zweiten Tag als Teilnehmerin mit meiner Hündin Inji.
Die Herausforderung: Technik und Standortwahl
Da ich normalerweise die Weite der Natur als Kulisse nutze, war die Arbeit in geschlossenen, maroden Räumen eine spannende Abwechslung. Eine der größten Fragen im Vorfeld war die Wahl des Equipments. Da ich nichts dem Zufall überlassen wollte, entschied ich mich für eine breite Auswahl an Objektiven, vom Weitwinkel bis zum Teleobjektiv.
In der Praxis zeigte sich jedoch schnell die Dynamik solcher Orte: Durch das häufige Wechseln der Objektive, um verschiedene Perspektiven auszuprobieren, ging leider auch der ein oder andere flüchtige Moment verloren. Rückblickend waren meine Festbrennweiten, insbesondere das 32mm und das 50mm, die absoluten Favoriten. Sie ermöglichten es mir, sowohl die Enge der Räume als auch die besondere Lichtstimmung authentisch einzufangen.
Achtsamkeit in zerbrechlicher Kulisse
Die Schönheit des Verfalls hat leider auch ihre Schattenseiten. Der Ort ist durch Vandalismus stark gezeichnet und die damals eingeschlagenen Fenster beschleunigen die Witterungsschäden massiv. In vielen Bereichen war höchste Vorsicht geboten: Offene Fahrstuhlschächte, eingestürzte Deckenteile und überall liegende Glasscherben erforderten volle Konzentration.
Die Sicherheit der Hunde stand zu jedem Zeitpunkt an erster Stelle. Alle Vierbeiner blieben konsequent angeleint, was dank der professionellen Organisation reibungslos funktionierte. Dass am Ende beider Tage alle Mensch-Hund-Teams wohlbehalten die Heimreise antreten konnten, war die wichtigste Voraussetzung für diesen Fotowalk.
Gemeinschaft statt Wettbewerb
Besonders bereichernd empfand ich das Miteinander innerhalb der Gruppe. Anstatt eines Konkurrenzdenkens herrschte eine Atmosphäre von gegenseitiger Unterstützung und Gemeinschaft. Wir teilten die besten Spots und halfen uns bei der Positionierung der Hunde. Eine Erfahrung die zeigt, wie wertvoll der Austausch unter Kolleg:innen ist. Ich genieße eine solche Zusammenarbeit besonders, da ich unfassbar gerne meine Leidenschaft mit anderen Teile und entsprechend auch gerne mein Wissen weitergebe. Deswegen bin ich besonders dankbar, über die tolle Truppe an Menschen, die vor Ort waren und den Tag zu einem ganz besonderen gemacht haben!
Solche Aufnahmen sind weit mehr als einfache Fotos. Sie fangen eine Stimmung ein, die man im Alltag nicht findet. Doch man muss nicht zwingend bis in den Harz fahren, um beeindruckende Ergebnisse zu erzielen.
Wenn Du Lust auf Bilder hast, die aus dem Rahmen fallen und eine ganz besondere Geschichte erzählen, melde Dich gerne bei mir. Ich habe immer wieder außergewöhnliche Locations und Ideen im Hinterkopf, die wir gemeinsam umsetzen können.















